Möge die Macht mit Dir sein, liebe Angst!

Angst als Wegweiser, Navi und Kompass

Es geht nicht darum, nem Krokodil mit der Nase am Rachen-Zäpfchen zu kitzeln. Es geht um so banale Dinge wie: Ich kann das nicht tun, es ist zu riskant. Was sollen denn die anderen von mir denken? Das kann ich mir nicht leisten. Da geht mein guter Ruf kaputt, wenn ich das mache. Kennst Du diese Stimme, die sich wie ein Pfeil in Deine Magengrube bohrt? Dieser motzende, meckernde Drecksack in Deinem Kopf, der Dich so oft behindert? Hier geht´s um Angst als Wegweiser, weil sie eine wunderbare Macht mit sich führt.

In den letzten 3 Jahren habe ich etwas sehr wertvolles gelernt von Menschen, die ich für erfolgreich halte. Ich habe Bücher über berühmte Persönlichkeiten gewälzt. Bis dato 48 Seminartage zur Persönlichkeitsentwicklung besucht. Zusätzlich zwei Online-Coachingprogramme in den USA gebucht, 36 Supervisionsstunden absolviert und Menschen Face-to-Face zum Thema „Erfolg“ interviewt. Damit Du das nicht (gleich…) auch tun musst, kommt hier die Quintessenz. Eine der wichtigsten Lektionen war folgende:

Meine Angst ist ein guter Wegweiser in Richtung erfülltes Leben.

Jeder erfolgreiche Mensch berichtet von seiner Angst als maßgeblichen Indikator dafür, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. Angst hat, wenn Du gerade mitten im Urwald stehst und einem zornigen Waldelefanten in den Rüssel pustest, durchaus eine biologische Funktion. Renn! Oder kämpfe! Oder stell Dich tot. Was auch immer, tu was, um zu überleben.

Nun ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du in Deinem Alltag nem Elefanten aus dem Weg gehen musst, recht gering. Auch giftige Schlangen, bis an die Zähne bewaffnete Menschen oder tödliche Gewässer sind selten. Deine Angst besteht aus Kopfkino, Synapsengewitter und Hirnspuk. Deine Angst ist nicht real und greifbar. Sie ist von Dir erdacht und pure Illusion. Du glaubst an sie und dadurch drückst Du in Deiner Entwicklung auf die Bremse. Gegen eine Bedrohung im Kopf zu kämpfen, weg zu rennen oder in eine Starre zu verfallen, ist eine beknackte Reaktion. Wenngleich auch eine menschliche – wir tun es alle!

Du, Angst? Ich hab übrigens schiss!

Eine meiner größten Ängste wollte mich bremsen, als ich den Impuls hatte, als Hundetrainerin zu arbeiten. Sätze wie tauchten auf wie: Du hast doch studiert, spinnst Du? Ab in ein DAX Unternehmen mit dem Wissen! So verdienst Du niemals Geld. Das wirst Du niemals schaffen, andere haben viel mehr Ahnung, als Du.

Die meisten Verbote habe ich mir selbst in den Kopf gelegt. Ein paar kamen auch von Mitmenschen.

Es gab neben dieser irre lauten Angst eine andere Stimme. Die leise, völlig euphorisch und tief ergriffen im Hintergrund zu singen begann: ENDLICH! Mach etwas, das zu Dir passt! Das war der erste Moment, in dem ich diese Stimme bewusst wahrnehmen konnte. Wenn zu meiner Angst dieses Stimmchen dazu kommt, weiß ich heute, dass ich genau in diese Richtung gehen MUSS. Dass es der direkte Weg zu einem erfüllten Leben ist – und dieser Weg ist in der Regel gepflastert mit Herausforderungen.

Manchmal bleiben wir Menschen auch stehen. Die meisten gehen sogar nie los, weil sie glauben, sie könnten an ihrem Leben nichts verändern. Das mag für Menschen in Entwicklungsländern gelten. Vielleicht auch für schwerkranke Menschen. Es gilt definitiv NICHT für geistig und körperlich gesunde Leute.
Das Leben zu verändern ist für die meisten Menschen eine Entscheidung in Richtung „Ja, ich tu es – mit allen Konsequenzen“ oder „Nein, denn ich lebe  weiter so – mit allen Konsequenzen.“
Man kann sich ja auch entscheiden, mit dem aktuellen Zustand tiefen, liebevollen Frieden zu schließen. Ich hab leider noch nie jemanden getroffen. Alle Leute, die ich in Industrienationen kenne und die behaupten, es ließe sich nichts ändern, haben einfach Angst und unterliegen ihr.

So ein Mist, Buddha hat´s doch schon gesagt!

Menschen lernen (leider…) sehr häufig über leiden. Es erfordert schon Mut, Disziplin, Selbstvertrauen und Selbstwertschätzung, den eigenen Weg zu gehen. Bist Du auf der einen Ebene angekommen, darfst Du Dich lediglich kurz erholen, um die nächste Stufe zu erklimmen. Jeder erfolgreiche Mensch weiß das. Du bist nie fertig. Es ist wirklich der Weg, der das Ziel ist. Auf diesem Weg leuchtet in grell-heller Reklame immer mal wieder „Überraschung! Ich bin´s, die Angst!“

Und es wird der Zeitpunkt kommen, da atmest Du nur noch tief ein beim Anblick Deiner Angst und sammelst Dich einen Moment. Dann überprüfst Du Deine Instrumente und schaust, ob sie gestimmt sind. Deine Waffen geschärft. Ob Du innerlich bereit bist. Wer (noch) Deine Weggefährten sind. Wenn der Augenblick gekommen ist, gehst Du auf das Leuchtreklame-Schild zu und nimmst die Herausforderung an, die Dich wachsen lassen wird. Du gehst dann voller Zuversicht, weil Du weißt, dass es auch diesmal wieder gut sein wird. Schließlich hast Du Übung.

This one goes out to Betty Bender, the first woman who caught and taught me about following fears.

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